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12.02.2015 08:37 Alter: 1 year

„QUALITÄT IST DAS A UND O“

„Tradition trifft Moderne“. Diese Floskel ist in der Werbung omnipräsent, doch trifft sie in den meisten Fällen nicht wirklich zu. Zum Glück merkt das auch der kritische Verbraucher. Noch kritischer muss der versierte Heizungsbauer seine Lieferanten und Partner prüfen, will er wertbeständige und über den gesamten Lebenszyklus zuverlässige und wirtschaftliche Anlagen installieren. Der österreichische Traditionshersteller Guntamatic freut sich jedenfalls auf genau diese Kundschaft – brauchen sich die Produkte aus den Bereichen Pellet-, Stückholz- und Hackschnitzelheizung ganz und gar nicht zu verstecken.


Das Land Österreich mit seinen neun Bundesländern ist bekanntermaßen reich an Geschichte, Kultur und Traditionen. Facettenreich und reizvoll ist die Geografie. Besonders reich an Abwechslung und Varianten ist die Sprache. Klar, dass Weisheiten, Sprich- aber auch Schimpfwörter hier in allerlei Formen und Farben auftreten. „Geh nicht zum Schmiedl, sondern gleich zum Schmied!“ ist so ein Sprichwort, eine tiefschürfende Lebensweisheit. Eine Aussage – kurz und knapp –, die in jedem Falle zum Grübeln einlädt, steckt hierin doch ein Wissen, das durchaus Sinn macht. 
Und heute? Hat die Aussage heute überhaupt noch Bestand? Macht die Weisheit heute, in einer globalisierten und extrem vernetzten Welt, tatsächlich noch Sinn? Sitzen der Schmied wie der Schmiedl heute nicht auf der anderen Seite des Erdballs? Und: Woran erkenne ich den Schmied oder gar den Schmiedl, der sich als Schmied tarnt? 
Genau hinschauen, lautet die Devise. Auch und gerade für den Heizungsbauer! Denn die Tarnungen und Täuschungen des Schmiedls werden immer raffinierter. So muss sich der professionelle Schmied aus der Region teilweise mächtig ins Zeug legen, um sich zu behaupten. Der Heizungsbauer ist demnach gut beraten, wenn er dem Mega-Trend Globalisierung – ganz einfach – den Mikro-Trend Regionalität entgegensetzt. Sprich: Darauf achten, dass nicht nur Äpfel und Birnen und Kartoffeln und Salat beim Bauern des Vertrauens gekauft werden, sondern auch die Kessel beim echten Schmied! 
Nicht nur bewusster leben, sondern auch bewusster einkaufen, ist angesagt. Nicht in den globalisierten Tischen wühlen und den billigsten Schopf packen, sondern das Bessere suchen, ist Trumpf. Vor allem deshalb, weil es im Heizungsbau immer auch um Wertbeständigkeit, Zuverlässigkeit und einen gesunden Lebenszyklus gehen muss. So kommt es schon mal vor – welch‘ Überraschung! –, dass die Produkte eines regional tief verwurzelten Unternehmens teurer sind als die „Lösungen“ des Anbieters, der ergebnisoptimierend, in aller Regel kurzfristig, auf gewinnträchtige Züge hüpft und sofort und dynamisch wieder abspringt, sobald sich die Wolken am Firmament etwas eindunkeln.

Von „Eindunklungen“, konjunkturellen Eintrübungen und dem volkswirtschaftlichen periodischen Auf und Ab lässt sich der echte Schmied nicht so schnell verunsichern. So trifft den oberösterreichischen Spezialisten für Biomasse- Heiztechnik Guntamatic der derzeit schwächelnde Heizungsmarkt nicht übertrieben hart. Vielmehr vertraut das Traditionsunternehmen mit Sitz in Peuerbach auf seine tiefen und stabilen Wurzeln.

Von der Kessel zur Innovationsschmiede

Guntamatic kann im Marktsegment der Holzheizungen als echtes Urgestein bezeichnet werden – die Firmengeschichte reicht zurück bis in die frühen 1960er- Jahre: 1962 erwarb Georg Fischer aus Günzburg eine alte Eisengießerei in Peuerbach. Bereits im September 1963 wurde der erste Öl/Festbrennstoff-Kessel gefertigt. Die bestehenden Gebäude reichten dann in den 70er-Jahren aufgrund stetig steigender Produktionszahlen nicht mehr aus, so dass 1973 eine weitere Halle errichtet wurde, welche die Grundlage für eine automatisierte Serienfertigung bildete. Mit dem Erfolg der ersten Serienmodelle konnte der Vertrieb in den 80ern weiter ausgeweitet werden – zunächst beschränkt auf den österreichischen Markt. Zu diesem Zeitpunkt produziert Guntamatic zwischen 2.000 und 3.000 Holzheizungen pro Jahr. In Summe 70.000-mal verkauft, wurde der „GA-S“, nach Unternehmensangaben der erste Stückholzvergaserkessel mit unterem Abbrand und zweistufiger Sekundärluftverbrennung. Der „GA-S“ ist damit quasi der Urvater der Guntamatic-Biomassekessel.

Was dem Traditionshersteller anschließend in die Karten spielte: In den 1990er-Jahren werden regenerative Rohstoffe dank eines wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, aber auch aufgrund zunehmender Umweltprobleme und steigender Rohstoffpreise immer wichtiger. „Stark gewachsen sind wir ab dem Jahr 1998 – mit dem Einstieg in den Markt der Pelletheizungen“, so Günther Huemer, der 1995 in das Unternehmen eingestiegen ist und seit nunmehr 13 Jahren die Geschicke von Guntamatic lenkt. Huemer bringt Anfang des neuen Jahrtausends frischen Wind auch in die Bereiche Vertrieb und Marketing, das heißt, Guntamatic positioniert sich ab diesem Zeitpunkt auch international als ein führender Hersteller von Biomasseheizungen. Nicht zuletzt sorgt ein neues Produktdesign – ein frischeres Äußeres – für weiteren Aufwind. Heute – nach gut 50 Jahren zielgerichteter Entwicklung – ist Guntamatic eine innovative Kesselschmiede mit einem Produktangebot, welches von kompakten Pellet- Wandgeräten ab 5 kW Leistung bis hin zu modular aufgebauten Hackgutanlagen mit 1 MW Leistung reicht. Heute reichen die Vertriebskanäle bis in 17 Länder.

Der Rückblick in die Unternehmensgeschichte macht deutlich, dass es Guntamatic schon sehr früh verstanden hat, sich durch den Aufbau einer hochspezialisierten Fertigung sowie die Konzentration auf das Kerngeschäft – den Bau langlebiger Kessel – ein hohes Maß an Unabhängigkeit zu schaffen. Sympathisch ist auch die Tatsache, dass sich der Hersteller über die Jahre nicht von anderen durchaus verlockenden Markttrends rechts und links des Weges hat „ablenken“ lassen. Man ist seiner eigenen Linie treu geblieben, dazu gehört auch der zweistufige Vertrieb über Fachpartner. Hierfür bedarf es nicht nur an Mut und Selbstvertrauen, sondern in erster Linie braucht dies eine solide Unternehmensstruktur, die eine solche Strategie zulässt. Ein flattriger, halbseidener Schmiedl hätte höchstwahrscheinlich anders gehandelt – jedoch kann und will ein solcher Zeitgenosse auch keine 35 Jahre Ersatzteilsicherheit auf sein Angebot bieten.

Konzentration auf die Kernkompetenz

Sympathisch ist außerdem die Tatsache, dass man elementare Käuferschichten, wie beispielsweise Landwirte, die das Unternehmen von Anbeginn begleitet haben, über die Jahre nicht aus den Augen verloren hat, sondern diese auch heute noch intensiv betreut. Diese sprichwörtliche Bodenständigkeit zahlt sich aus – gerade in Phasen, in denen ein Markt rückläufig ist. Solche Fixsterne, die sich deutlich stabiler verhalten wie die kometenhaften Häuslebauer oder Modernisierer, geben einem Rückendeckung auch in einer globalisierten Welt.

Sicherlich, auch Guntamatic lebt – ganz unromantisch – vom Sanierungsgeschäft mit Pelletanlagen. Und wenn der Sanierungsdruck – wie zum Beispiel im Winter 2013/2014 – nicht da ist, dann kann natürlich auch Guntamatic nicht frohlocken. Jedoch ist der Hersteller in der Lage, durch die ebenfalls starken Produktbereiche Stückholz- und Hackschnitzelheizung, der Sache etwas an Brisanz zu nehmen. Diese Segmente sind nämlich konstanter, da sie von Käuferschichten in Industrie, Kommune und Landwirtschaft nachgefragt werden, die berechenbarer sind als die privaten Bauherren. Auch besitzt Guntamatic im Bereich Stückholz- und Hackschnitzelheizung diverse Wettbewerbsvorteile. Klar, ist doch der Stückholzvergaserkessel „GA-S“, wie beschrieben, der Nukleus des Unternehmens: Im Jahr 2001 präsentierte der Hersteller denn auch die Stückholzvergaser- Baureihe „BMK“ in Edelstahlbauweise (20 bis 50 kW), welche über eine seitliche Rotationsverbrennung mit automatischer Zündung verfügt. Durch die patentierte Rotationsbrennkammer werden zum einen die Schamotteteile vor Belastungen geschützt und zum anderen bietet die seit liche Brennkammeranordnung den Vorteil eines tiefen Füllraumes (166 bzw. 215 l), was zu entsprechend langen Brenndauern führt. Die Rotationsbrennkammer sorgt außerdem für eine gute Durchmischung der Gase und begünstigt dadurch den Ausbrand und das Emissionsverhalten der Anlage. Ein emissionsarmes Abbrandverhalten und hohe Wirkungsgrade werden – auch bei wechselnden Holzqualitäten – außerdem durch Glutbetttemperaturen von über 1.000 °C und Verbrennungstemperaturen von über 1.400 °C ermöglicht.

Ideenreichtum und Cleverness strahlt vor allem auch das Industrieanlagenkonzept Guntamatic-„PRO“ aus. Denn hier kann die oberösterreichische Kesselschmiede ihr Fertigungs-Know-how voll unter Beweis stellen: Die modularen „PRO“-Mehrkammer-Anlagen werden in Serie gefertigt und nutzen ausgereifte Standard-Bauteile. Die Serienproduktion gewährleistet darüber hinaus eine schnelle Ersatzteillieferung und hohe Betriebssicherheit. „Die Geräteserie wird in Modulen produziert, diese können dann vom Heizungsbauer zum Komplettsystem montiert werden“, hebt Günther Huemer einen Vorteil der Heizlösung für Pellets und Hackgut hervor. Die Modulbauweise ermöglicht zudem eine optimierte Leistungsanpassung bzw. eine Leistungsabsenkung bis unter 60 kW (bei einer Nennleistung von bis zu 1 MW).

Jedoch: Abschreiben möchte Geschäftsführer Günther Huemer die kleineren Leistungsbereiche bzw. kleinen Pelletheizungen < 10 kW nicht. Ganz im Gegenteil: „Derzeit ist das Haupteinsatzgebiet ganz klar der Altbau. Dennoch sind wir überzeugt, in Zukunft auch eine klare Rolle im Neubau bei Niedrigstenergiehäusern und Passivhäusern zu spielen. Pelletheizungen überzeugen in der Wirtschaftlichkeit und sind aus unserer Sicht neben anderen Biomasse-Heizungen die derzeit einzigen CO2-neutralen Systeme“, betont Huemer selbst bewusst. Das Heizungsfachhandwerk könne hier entscheidend zum Erfolg beitragen und profitieren. „Pelletheizungen bzw. Biomasseheizungen fordern vom Heizungsfachhandwerk große fachliche Kompetenz – eine Chance für jene Heizungsbauer, die das zu nutzen wissen!“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Es ist nun an Ihnen, zum Schmied zu gehen.

aus Fachzeitschrift HeizungsJournal, Ausgabe 12, Dezember 2014, Seiten 46 - 49 
www.heizungsjournal.de